Montag, 2. März 2026, 20.00 Uhr
Dr. Joachim Unseld
Ein literarisches Programm
von lohnender Qualität
– Ein Abend mit der Frankfurter Verlagsanstalt
»30 Jahre und noch immer neugierig auf Literatur«. So steht es im Vorwort der aktuellen Programmvorschau der Frankfurter Verlagsanstalt - gleichzeitig die Überschrift über den Abend mit Joachim Unseld, der seinen Verlag im Ypsilon Buchladen vorstellte. Unseld spannte den Bogen von der Erstgründung des Verlags im Jahr 1921 bis hin zum neuen Roman von Nina Haratischwili, deren Werk vermutlich im Frühjahr 2027 erscheint.
Am Ende des Abends schrieb er in das Gästebuch: »Ein toller Abend!« Dabei dürfte er in erster Linie an das Publikum gedacht haben, das interessiert und wissbegierig
den »Geschichten hinter den Büchern« lauschte. Schließlich sind es pro Jahr nur zehn bis zwölf Bücher, die den Literaturmarkt bereichern – ein quasi handverlesenes Programm.
Abgerundet wurden Unselds Ausführungen durch die Programmleiterin Nadya Reich-Hartmann, die eigens aus Berlin zu
unserer Veranstaltung zurückgekehrt war.
Vehement und einfühlsam zugleich legte sie uns die Lektüre von Vernesa Berbos Roman Der Sohn und das Schneeflöckchen ans Herzen – garniert mit lebhaften Berichten über ungeplante Zufallstreffen in der Bundeshauptstadt mit dem Setzer des Verlags (den sie bis dato nicht kannte) und mit Bela B, der Berbos Roman ebenso beeindruckend findet wie sie selbst.
Montag, 23. Februar 2026, 20.00 Uhr
Christian Y. Schmidt
Der lange Fahrrad‐Marsch
– 7000 Kilometer durch das Reich der Mitte
Lesung
Gemeinsam mit dem Konfuzius-Institut Frankfurt e.V. veranstalteten wir am 23. Februar eine Lesung, bei welcher Christian Y. Schmidt aus seinem Buch Der lange Fahrrad-Marsch – 7000 Kilometer durch das Reich der Mitte las. Dieses entstand mit Volker Häring, der die gemeinsame Tour Vorbereitete.
Beide radelten zusammen die Originalroute von Maos Langem Marsch entlang und folgten dem Gründungsmythos der Volksrepublik China durch Schluchten, hinein in alte Handelsstädte, über den Jangtse bis in den Himalaya hinauf auf das tibetische Hochplateau. Außerdem begaben sich die beiden auf die Spur des legendären Deutschen, der an Maos Revolution maßgeblich Anteil hatte: des Schriftstellers und ehemaligen Parteifunktionärs Otto Braun. Er war der einzige Deutsche, der den Langen Marsch, eine Strecke von 12.500 Kilometern, gemeinsam mit der chinesischen Roten Armee und in der Funktion eines Militärberaters in den 1930 Jahren mitgemacht hatte.
Die gelesenen Textpassagen waren voller spannender und unterhaltsamen Details und Anekdoten der mehrmonatigen Reise, welche die beiden Autoren gemeinsam unternahmen.
Dabei gab es viele Einblicke in Begegnungen mit Menschen, kleine und größere Hürden auf der Tour, sowie historische Hintergrundinformationen.
Christian Y. Schmidt lebte 17 Jahre in China. Er war Redakteur beim Satiremagazin Titanic – und so durfte auch an diesem Abend der Humor nicht fehlen.Ausgestaltet wurde der Abend
mit unzähligen eindrucksvollen Fotografien und einigen Videos, die auf der Reise entstanden.
Ein Video-Tagebuch finden Sie hier.
Montag, 2. Februar 2026, 20.00 Uhr
Hermann Löffler
Raum schaffen für Themen,
über die oft geschwiegen wird
- Ein Abend mit dem Mabuse‐Verlag
An diesem Abend war Verleger Hermann Löffler im Ypsilon und stellte dem Publikum den Mabuse Verlag vor. Weitere Vortragende waren zwei Autorinnen, die im Mabuse Verlag das Buch „Sicherer Hafen voraus“ veröffentlicht haben: Christina Herr und Mechthild Skell.
Hermann Löffler erzählte im ersten Teil des Abends die Historie des Mabuse Verlags und der dort ins Leben gerufenen Zeitschrift Dr. med. Mabuse.
Die erste Ausgabe der Zeitschrift erschien im Dezember 1976. Sie entstand aus einer Initiative der Fachschaft der Frankfurter Medizinstudierenden. 2026 feiert sie somit ihr 50-jähriges Jubiläum. Ziel
des Blattes war und ist es, sich kritisch mit Medizin und Gesundheitspolitik auseinanderzusetzen und alle in der Medizin arbeitenden Berufsgruppen in den Diskurs einzubeziehen. Bald gab es ca. 250
Mitarbeitende in verschiedenen Städten.
Neue Impulse kamen vom ersten Gesundheitstag 1980 in Berlin: Zum ersten Mal wurde die Verstrickung der Medizin mit dem NS-Regime öffentlich diskutiert. Weitere wichtige Themen der Zeitschrift und
später des Verlags sind: Gesundheitspolitik,
Pflege(-notstand), Kritik an Pharmaindustrie, Psychiatrie und Frauenmedizin.
Seit Mitte der 1980er Jahre gibt es den Verlag. Die ersten Bücher entstanden aus Broschüren von Initiativen aus dem Gesundheitswesen. Inzwischen bietet der Verlag ein
großes Spektrum an Fachbüchern und Ratgebern zu Gesundheitsthemen wie Schwangerschaft, Geburt, Kindergesundheit, Leben mit Behinderung, Alter, Medizingeschichte und Gesundheitspolitik an.
Ein neueres Segment des Verlagsprogramms sind „Kinderfachbücher“, die sich an Kinder in Krisensituationen richten – aber auch an Eltern, Erzieher*innen und Begleitpersonen. Hierfür erhielt der Verlag
2019 einen Sonderpreis des Hessischen Verlagspreises.
Im weiteren Verlauf des Abends stellten die Autorinnen Christina Herr und Mechthild Skell ihr Buch „Sicherer Hafen voraus“ vor, welches in Zusammenarbeit mit der
Illustratorin Schirin Hohmeyer entstand. Die Autorinnen sind beide Mitarbeiterinnen des Albert-Schweizer-Kinderdorfs Hessen e.V.
Im Buch wird beschrieben, wie kindliche Bindungserfahrungen Verhalten beeinflussen und wie Kinder mit Bindungsstörungen unterstützt werden können. Das Buch besteht aus einer anschaulichen Geschichte,
die Grundschulkindern eine Möglichkeit zur Identifikation bietet. Erzählt wird von einer Schulprojekt-Woche, in der Schiffe gebaut werden. Dabei entstehen Probleme mit der Seetüchtigkeit. Wie die
Protagonist*innen mit der Herausforderung umgehen, hängt von deren Bindungssicherheit ab. In einem interaktiven Teil des Buches können Kinder (mit Unterstützung von Erwachsenen) unterschiedliche
Reaktionen ausprobieren, um ihr eigenes Verhalten besser zu verstehen. Auch ein Anhang mit theoretischem Wissen für Erwachsene ist im Buch enthalten.
Mittwoch, 14. Januar 2026, 19.30 Uhr
Annett Gröschner
Schwebende Lasten
Lesung
Schwebende Lasten von Annett Gröschner ist ein erstaunlicher Roman. Auf weniger als 300 Seiten gelingt es ihm, anhand eines einzigen Lebens die Geschichte eines ganzen Jahrhunderts nachzuzeichnen und stellvertretend auch die Geschichten hunderttausender Frauen, die selten zu Wort kommen, weil sie damit beschäftigt sind, die Welt am Laufen zu halten – und anständig zu bleiben.
Moderiert wird die Lesung von Björn Jager.
Annett Gröschner, geboren 1964 in Magdeburg, lebt seit 1983 als Schriftstellerin in Berlin. Bekannt wurde sie vor allem mit ihren Romanen Moskauer Eis (2000) und Walpurgistag (2011). Zuletzt erschien bei Hanser ihr gemeinsam mit Peggy Mädler und Wenke Seemann verfasster Bestseller Drei ostdeutsche Frauen betrinken sich und gründen den idealen Staat (2024). Annett Gröschner wurde vielfach ausgezeichnet, zuletzt mit dem Großen Kunstpreis Berlin (Fontanepreis), dem Klopstock-Preis und dem Mainzer Stadtschreiber Literaturpreis von ZDF, 3sat und der Landeshauptstadt Mainz. Schwebende Lasten war für Deutschen Buchpreis 2025 nominiert.
Die Veranstaltung findet im Mousonturm, Waldschmidtstraße 4, 60316 Frankfurt am Main, statt. Das Hessische Literaturforum ist Veranstalter, die Ypsilon Buchhandlung ist Kooperationspartnerin. Hier können Sie Tickets erwerben!
Montag, 12. Januar 2026, 20 Uhr
Matthias Gräzer & Helge Heynold
»Weil die Welt weit ist«
- Ein literarischer Abend zu 50 Jahren Unionsverlag
Der Unionsverlag feierte 2025 sein 50-jähriges Bestehen. 50
Jahre Unionsverlag bedeutet in Zahlen: 1113 veröffentlichte Werke von 686 Autor*innen, Übersetzungen aus 130 unterschiedlichen Ländern und 40 verschiedenen Sprachen, die von 464 Autor*innen ins
Deutsche übertragen wurden.
Zu diesem Anlass kam Matthias Gräzer, Vertriebsleiter des Unionsverlags, zu uns, um das Motto des Verlags, „Weil die Welt weit ist“, für unsere Gäste erlebbar zu machen.
Helge Heynold, Schauspieler, Regisseur, Hörfunkautor und Hörspielsprecher, untermalte den Abend mit Passagen aus unterschiedlichen Titeln des Verlags.
Zum Einstieg las er aus einem der berühmtesten Bücher des Unionsverlags, das – rund 70 Jahren nach seinem Erscheinen – noch immer als eine der schönsten Liebesgeschichten der Welt gilt:
Dshamilija, 1958 von Tschingis Aitmatow verfasst. Mit seiner angenehmen Lesestimme gelang es Heynold mit Leichtigkeit, das Publikums zu fesseln. Zwischen Gräzers
Schilderungen zur Verlagsgeschichte und zum Verlagsprofil, folgten weitere kurze Leseeinheiten.
So lauschten die Anwesenden einem Kapitel aus Wo der Wind wohnt der syrischen Autorin Samar Yazbek, die mit ihren Werken auch ihre persönlichen Kriegserfahrungen verarbeitet
und zum Ausdruck bringt.
Deutlich heiterer ging es zu, als Die falsche Ursula der telefonischen Aufforderung nachkommt, sich mit dem Entführer ihres Mannes zu treffen, um die Rahmenbedingungen für eine
Lösegeldübergabe zu klären. Der Termin kommt ihr sehr gelegen, denn „Ursula“ hat nicht nur keinen Mann, sondern fühlt sich einsam und gelangweilt. Bei dem Treffen entdeckt sie ihr detektivisches
Talent. Mit der „Ursula“-Reihe rief die uruguayische Autorin Mercedes Rosende eine außergewöhnliche Krimiserie mit viel Humor, ausgefallenen Ideen und sozialkritischen Beobachtungen
ins Leben.
Einen weitereren Einblick bot eine Lesestelle aus Sylvain Prudhommes Der Junge im Taxi. Prudhomme, der seine Kindheit in Kamerun, Burundi, Mauritius und im Niger verbrachte,
studierte in Paris Literaturwissenschaften und kehrte danach auf den afrikanischen Kontinent zurück. In seinem Roman rührt der Protagonist Simon an der Herkunft und Vergangenheit seiner Familie und
bringt damit seine ganze Verwandtschaft gegen sich auf.
Der zuletzt gelesene Text stammt aus Bachtyar Alis 2022 erschienenem Essayband Das Lächeln des Diktators und hat die geistige Freiheit, die im Lesen liegt, zum Thema – und
damit auch den Kampf autokratischer Regime gegenüber Büchern und dem Lesen. Dass es die Werke Bachtyar Alis, einer der wichtigsten, zeitgenössischen kurdischen Autoren, in deutscher Sprache gibt, ist
einem mutigen Übersetzer zu verdanken, der eine schon fertige Übersetzung auf „gut Glück“ beim Unionsverlag einreichte.
„Übersetzer*innen können bei uns auch als Literatur-Scouts fungieren“, so Gräzer. Überhaupt gehe es dem Unionsverlag um die Suche nach unentdeckten Stimmen aus der ganzen Welt. Dem Verlag ist die
„Innenperspektive“ der Schreibenden, der Lebenswelt, einer Kultur, etc. wichtig. Hier soll nicht für eine weiße, westliche Leserschaft geschrieben werden; im Zentrum stehe das Entdecken, das
Erweitern des Horizonts und das Verbundensein mit dem Weltgeschehen.
Wir blicken auf einen interessanten und bereichernden Abend zurück, voller Geschichten und Schicksale aus aller Welt, die sich im Sortiment des Unionsverlags sammeln; und von dort wiederum hinaus in
die Welt getragen werden. Ein Abend voller erstaunlicher Einblicke in einen Verlag, den zu entdecken und zu erlesen sich lohnt.
Montag, 1. Dezember 2025, 20 Uhr
Renatus Töpke las aus "THE SHARK IS NOT WORKING"
Wir blicken zurück, auf eine sehr unterhaltsame und interessante Veranstaltung mit dem Schüren Verlag und dem Autor Renatus Töpke.
Der Marburger Schüren Verlag, welcher 2025 mit dem Deutschen Verlagspreis ausgezeichnet wurde, stellte kurz sein Verlagsprofil, das einen großen Schwerpunkt auf Kino und
Film hat, aber auch Geschichtliches und Regionalia verlegt, vor. Besonders stach dabei der Bildband Cinema Provinciale heraus, in welchem sich Kinosäle des ländlichen Raums sammeln,
die allesamt – lockdownbedingt – leer und verlassen sind, jedoch durch ihre besondere Gestaltung bestechen. Auch ein Begleitbuch zu Edgar Reitz’ neuem Film Leibniz findet sich beim
Schüren Verlag – sowie Reiseführer zu Filmorten und ein Film-Taschenkalender mit vielen interessanten Informationen. Für Film- und Kinofans ist dieser Verlag eine wahre Fundgrube!
Der (Drehbuch-) Autor, Kameraassistent und Inhaber des Podcasts SetLifeCrises, Renatus Töpke, las aus seinem aktuellen Titel THE SHARK IS NOT
WORKING. In seinem Buch präsentiert er 55 Filme, deren Produktion durch so manche Katastrophe kräftig ins Schwanken geriet. Mit Filmen wie Vom Winde verweht,
Kleopatra, Titanic und Apocalypse Now, durchstreift der Autor Produktionsgeschichten, durch welche man auch einiges über den Filmdreh an sich,
Arbeitsschritte und Bedingungen erfährt. Durch seine intensive Recherche, die durch eigene Erfahrungen am Set und Beziehungen in die Filmbranche, ergänzt wird, hielt Töpke einige spannende Anekdoten
und Fun Facts über große und kleine Katastrophen beim Filmdreh bereit. Hier mischen sich furchtbare Unannehmlichkeiten mit einer Portion Humor. Einfallsreichtum und Bereitschaft zu enormen Aufwand,
wenn es um Filmkulissen und spektakuläre Bilder geht, inklusive.
So war das Film-Modell der Titanic beispielsweise teurer als die echte Titanic. Da an einem Drehtag der kompletten Crew Drogen ins Essen gemischt wurde, alle durchdrehten und vorsorglich ins
Krankenhaus eingeliefert wurden, waren die Kosten für das Schiff nicht das einzige, was den erfolgreichen Dreh herausforderte.
Der Titel des Buches ist darauf zurück zu führen, dass das Salzwasser des Meeres die Technik des Weißen Hai so angriff, dass an vielen Stellen improvisiert werden musste und der Satz
"The shark is not working" zum täglichen Begleiter der Filmcrew wurde.
Ein Veranstaltungsabend, bei dem viel gelacht und gestaunt wurde und allgemein eine tolle Stimmung herrschte!
Montag, 10. November 2025, 20 Uhr
Norbert Abels - Exil-Schicksale.
Ein Abend über Anna Seghers
und Thomas Mann
Vortragsabend
- Ein Rückblick -
Am Montag, den 10. November 2025, fand in unserer Buchhandlung der Vortragsabend Exil-Schicksale. Ein Abend über Anna Seghers und Thomas Mann statt. Gesprochen hat
Norbert Abels, Dramaturg, Publizist, Dozent und Musiker.
Wie zu erwarten, war die Veranstaltung gut besucht. Viele der Anwesenden kannten Abels bereits als Referent oder aus der Frankfurter
Oper.
Neben der herausfordernden Flucht- und Exilerfahrung der beiden Autor*innen, gelang es Abels ein eindrucksvolles Bild des gesamten historischen Kontextes zu schaffen.
Eine Zeit, die offensichtlich im Zeichen des Feuers stand: Der Reichstagsbrand, Progrome, die Bücherverbrennung, der Krieg etc.
Abels ging auf markante Stationen im Leben der beiden ein und schilderte die dabei entstandenen literarischen Werke: Romane, Reden, Essays und Kurzgeschichten.
Wir freuen uns, dass Norbert Abels im Februar erneut mit einem Vortragsabend in unserer Buchhandlung zu Gast sein wird. Dann wird es um Amerikanische Literatur gehen.
Montag, 13. Oktober 2025, 20 Uhr
Sebastian Moll las aus seinem Buch "Das Würfelhaus"
Der Autor Sebastian Moll las aus seinem Buch Das Würfelhaus, welches viel mehr "Personal Essay" als bloßes Sachbuch ist. Anstoß zum
Buch waren für den Autor, der in New York lebt, die unzähligen Funde an Dokumenten bei der Auflösung des Elternhauses in Langen. Das Sichten dieser Materialien wurde zur Spurensuche durch die
Biographie des Vaters, der im Nachkriegs-Frankfurt als Architekt und Städteplaner agierte und mit seiner Arbeit an die Bauhaus-Architektur der 1920er anschloss. Der Untertitel des Buches spricht von
einer Architektur der Verdrängung, und so thematisiert Moll in seiner Ausarbeitung ebenfalls Mitläufertum, die Anpassung der Gesinnung an das Naziregime und die darauf folgende Kehrtwende zur
Sozialdemokratie, so wie nicht zuletzt auch die Auswirkungen auf die daraus resultierende Vater-Sohn-Beziehung. Wir danken Sebastian Moll für diesen interessanten und offenen Abend. Auch
Sabine Baumann, welche die Veranstaltung moderierte, gilt ein großes Dankeschön, für das Führen und Gestalten eines so abwechslungsreichen und persönlichen Gesprächs.
Die Veranstaltung war gut besucht, es mussten weitere Stühle untergebracht werden und sogar frühere Nachbar*innen aus dem Hagebuttenweg, die sich über ein persönliches Wiedersehen nach Jahren
freuten, kamen angereist.
Samstag, 3. Mai 2025, 19.30 Uhr
Dirk Kurbjuweit las aus seinem Roman "Nachbeben",
moderiert von Claus-Jürgen Göpfert
Auch beim 16. Frankfurter Lesefestival Frankfurt liest ein Buch durfte die Ypsilon Buchhandlung nicht fehlen - und so gab es auch in unseren Räumen eine Lesung.
Die im Roman Nachbeben geschilderten Verwicklungen im Bankenmilieu Frankfurts zur Zeit der Euroeinführung und dem Start der EZB waren einer der Schwerpunkte des Abends. Aber natürlich auch die Frage, wie es ist, nach Jahren auf seinen Roman zurückzublicken. Wir freuten uns über eine ausverkaufte Lesung und viele aufmerksame und interessierte Gäste an diesem tollen Abend!
Das für 2025 ausgewählte Buch ist Nachbeben, geschrieben von Dirk Kurbjuweit – ein Roman, der 2004 das erste Mal erschien und nun
vom Penguin Verlag für März 2025 neu aufgelegt wurde.
Im Roman erforscht der alte Luis leidenschaftlich Erdbeben. Den ganzen Tag sitzt er am Seismographen der Erdbebenwarte auf dem kleinen Feldberg im Taunus und wertet Daten aus. Seine einzigen Nachbarn
sind das Verwalterehepaar Konrad und Charlotte. Mit deren Sohn Lorenz, einem jungen Frankfurter Banker, verbindet Luis eine tiefe Freundschaft. Als nach einem Beben im Rheinland eine verängstigte
junge Frau in der Station anruft und Lorenz um Hilfe bittet, verliebt er sich in ihre Stimme. Noch in der selben Nacht fährt er zu ihr und trifft so seine zukünftige Frau. Zusammen ziehen Selma und
Lorenz nach Kronberg, um dort ein glänzendes Leben im Speckgürtel Frankfurts anzutreten. Doch ein Netz aus Lügen, Geheimnissen und Fehlentscheidungen führen bei Lorenz zu einem bemerkenswerten
beruflichen Abstieg und zum Verlust seines Jobs. Luis hofft, dass Lorenz auf den Feldberg zurückkehrt, doch erst der plötzliche, mysteriöse Tod von Konrad und Charlotte machen den Weg dafür
frei.
Dirk Kurbjuweit zählt zu den vielseitigsten und renommiertesten Autoren unserer Gegenwart. Er wurde 1972 in Wiesbaden geboren und studierte Volkswirtschaftslehre in Köln. Später besuchte er die Kölner Journalistenschule. Er ist als Romanautor und als Zeit- und Spiegelreporter bei einer breiten Leserschaft bekannt. Mit Die Einsamkeit der Krokodile veröffentlichte er 1995 sein Debüt. Zuletzt sorgten der Roman Haarmann (2020) und die Erzählung Der Ausflug (2022) für ein breites Presse-Echo. Viele seiner Werke dienten als Vorlage für Verfilmungen, Theaterstücke und Hörbücher. Seit Mai 2023 ist er Chefredakteur des Nachrichtenmagazins Der Spiegel.
Foto: © Susanne-Schleyer
Claus-Jürgen Göpfert wurde 1955 in Wiesbaden geboren und studierte Politologie, Soziologie und Volkswirtschaft in Frankfurt und Köln. Seit 1980 wirkt er als Journalist und Autor und schreibt unter anderem für die Frankfurter Rundschau mit den Schwerpunkten Stadtentwicklung und Kultur in Frankfurt.
Foto: © Frankfurter Rundschau
Dienstag, 21. Januar 2025, 20 Uhr
Alix Dudel & Sebastian Albert (Gitarre)
Ein Abend mit Lyrik von Mascha Kaléko und Musik
Sozusagen grundlos vergnügt
Ein Abend mit der Lyrik von Mascha Kaleko, das YPSILON-Buchladencafé ist bis auf den letzten Platz besetzt.
Alix Dudel, in Frankfurt wohlbekannt wegen ihrer Auftritte als Moderatorin im Tigerpalast-Varieté, überrascht uns damit, dass sie Kalekos Gedichte nicht nur rezitiert, sondern viele auch in gesungener Form darbietet, dabei kongenial begleitet von Sebastian Albert an der Gitarre. Der Funke springt sofort aufs Publikum über, die mal ironischen, mal melancholischen Texte ziehen alle in Bann, gerade wenn sie so gekonnt dargeboten werden. Eine fast magische Stimmung entsteht, als Alix Dudel gegen Ende bedächtig kleine Zettel mit Kaleko-Texten zu Boden fallen lässt und im Publikum verteilt – dazu die klassisch-brasilianische Gitarrenmusik von HeitorVilla-Lobos. Als das Stück zu Ende ist, herrscht einen Augenblick absolute Stille. Dann bricht frenetischer Beifall aus. Vielen Dank an die beiden Kunstschaffenden!
Blättern Sie doch mal in unserem Archiv der bisherigen Lesungen
Sie wollen über unsere Veranstaltungen informiert werden?
Schicken Sie einfach ein eMail an