Kinder- und Jugendbuchtipps

 

 

 

Aleksandra Mizielińska/Daniel Mizieliński

Unter der Erde - Tief im Wasser

Aus dem Polnischen von Thomas Weiler

 

 

 

Moritz Verlag
112 Seiten, ab 7 J.

29,--

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wie sieht es auf dem Grund der Ozeane aus oder tief unter der Erde?

 

Mit ihren gelungenen Bildern entführen die beiden Illustratoren Aleksandra Mizielińska und Daniel Mizieliński in "Unter der Erde - Tief im Wasser" junge LeserInnen in eine atemberaubende, unbekannte Welt.

Bereits das Inhaltsverzeichnes Ihres neuen Kinderbuches ist ein doppelter Augenschmaus, denn die beiden Autoren legen mit "Unter der Erde – Tief im Wasser" ein Wendebuch vor. Das blaue Cover führt ins Wasser und Buch das rötliche Cover unter die Erde.
 

Es ist eine faszinierende und wenig erforschte Welt, der sich die beiden Zeichner und gleichzeitig auch Autoren widmen. Und wie bei den Vorgängerbüchern zeigen sie erneut ihr großes gestalterisches Können.
Mit zauberhaften Illustrationen und fundierten Kurztexten führen sie das Leben im flüssigen undfesten Untergrund vor Augen und erläutern die Besonderheiten dieser entlegenen Gefilde.

Meter für Meter steigen sie hinab ins Wasser und unter die Erde.
Im Wasserteil geht es vom See ins Meer, über Korallenriffe, Fische und Säuger zu rauchenden Schloten bis in die Tiefsee mit ihren unheimlichen Bewohnern. Im Challenger-Tief (10.994 Meter), am Boden des Marianengrabens, ist Unterwasserreise schließlich in der Mitte des Buches zu Ende. Dann stößt man auf die Erde, denn hier treffen sich die beiden Tiefenbohrungen.
Das ist nicht nur hinreißend anzusehen, sondern auch lehrreich. Warum gehen schwere Boote nicht unter? Wie schwimmen Fische? Was bedeuten Wasserdruck und Dichte? Wen fressen Koloss-Kalmare? Und wie? Das erklären handgeschriebene Begleittexte, die das Wesentliche auf den Punkt bringen und auch Kurioses nicht aussparen, wie etwa den 260 Kilogramm schweren Tauchanzug der Brüder Carmagnolle (1882).
Dass es unter der Erde nicht weniger spannend zugeht, und das Leben hier ebenso vielfältig ist wie die technischen Möglichkeiten des Menschen, Tausende von Metern in die Tiefe vorzustoßen, zeigt der andere Erzählstrang des Buches. Er beginnt mit Würmern und Maulwürfen, Knollengewächsen und Wurzeln, führt zu Leitungen und Kabeln, in Höhlen und U-Bahn-Röhren, vorbei an Fossilien und Bodenschätzen, über Vulkane und Geysire bis ins Innerste der Erde.

 

Wie aufregend diese Unterwelten sind, und wie originell sie hier in Szene gesetzt werden! Wunderschön sind die detailverliebten, farbenprächtigen Tableaus des polnischen Illustratoren-Duos, das vor Ideen nur so sprüht.
 

 

Empfohlen von Monika Rieth

Piotr Socha

Bienen

Aus dem Polnischen von Thomas Weiler

 

Gerstenberg Verlag 2016

68 Seiten, ab 6.J.

24,95

 

 

 

 

Bienen soll es bereits seit mehr als 100 Millionen Jahre geben. Vermutlich waren sie seit Beginn ihres Erscheinens jagende Räuberinnen, die andere sich von Blütenpollen und Blütennektar ernährende Insekten fraßen,  aber im Laufe der Evolution ihre Ernährungsgewohnheiten änderten und zu Vegetarierinnen wurden. Und so ist es bis heute geblieben. Bienen sind nicht die einzigen, aber noch immer die wichtigsten Bestäuber. Sie sorgen für die Vermehrung der Pflanzen und damit dafür, dass wir Obst und Gemüse und obendrein auch noch den gesunden und leckeren Honig ernten können.
Das prächtig und amüsant illustrierte Buch von Piotr Socha anzuschauen und die durch und durch informativen Texte zu lesen, ist ein wahrer Genuss. Egal ob klein oder groß, wer sich noch nicht näher mit Bienen beschäftigt hat, wird viel über sie erfahren und große Freude mit diesem Buch haben. Neben einer Fülle an grundlegend Wissenswertem ist das Buch zudem eine wahre Fundgrube für interessante Details aus dem Leben der Bienen und der Welt der Imkerei.
In 36 "Kapiteln" widmet sich Piotr Socha überwiegend mit Doppelseiten jeweils einem Aspekt. Das sind, um einige Beispiele zu nennen:
Der Körperbau der Bienen, Menschen und Bienen, Bienenkönigin und Fortpflanzung,
Bienentänze, Bienen im alten Ägypten und der griechischen Mythologie,Ausrüstung des Imkers, Wanderimkerei, Stadtbienen und Insektenhotels.....
.

Dieses großartige Familienbuch vermittelt Wissen auf äußerst unterhaltsame Weise und bringt mit mancher Textstelle oder Details der wunderbaren Zeichnungen zum Lachen. Mir persönlich haben die Kapitel über Zeidlerei, Figurenbeute und die Honigernte bei Wildbienen in Afrika und Asien besonders gefallen.

Empfohlen v. Ralph Wagner

 

 

 

 

 

Emil Ostrovski

Wo ein bisschen Zeit ist

 

 

Fischer Verlag

ab 12 -99 J.

302 Seiten

16,99

 

 

 

 

 

 

Drei Teenager und ein Baby auf der Flucht vor der Polizei!

 

An seinem 18. Geburstag bekommt Jack Podolsky einen unerwarteten Anruf von Ex-Freundin Jessie. Sie liegt in den Wehen und zwar mit seinem Kind. Also macht Jack sich auf den Weg ins Krankenhaus, um dort zu erfahren, dass sein Sohn Sokrates - genau der richtige Name für ein Neugeborenes findet Jack - laut Geburtsurkunde vaterlos ist und zur Adoption freigegeben wird. Jack handelt kurz entschlossen, entführt sein Baby aus dem Krankenhaus, kauft sich ein Auto und macht sich auf den Weg, seinen besten Freund Tommy aufzugabeln, und Sokrates offiziell seiner an Alzheimer erkrankten Großmutter vorzustellen. Am Ende schafft Jack es, auch Jessie zum Mitkommen zu bewegen. So befinden sie sich dann zu viert, drei Teenager und ein Baby, auf einem aberwitzigen Road- und Boattrip, auf dem Jack nicht nur tiefschürfende Gespräche mit Sokrates führt, sondern es auch zu einigen Aussprachen zwischen den drei Erziehungsberechtigten auf Zeit kommt. Unterwegs geraten die vier in einige skurrile und auch durchaus heikle Situationen. In den Nebenrollen treten dabei unter anderem auf: ein nettes, aber merkwürdiges Ehepaar, ein Bär, ein möglicherweise Verrückter und der größte Kiesel der Welt.

Emil  Ostrovski gelingt mit "Wo ein bisschen Zeit ist" ein außerordentlicher Roman. Er schafft es gleichzeitig, philosophisch, tiefgründig und gut lesbar zu sein. Ostrovski hält ein Plädoyer darauf, nicht immer alles einfach so hinzunehmen, sondern nachzudenken, und wenn man handelt, auch Verantwortung dafür zu übernehmen.

Ein aberwitziges, zeitweise urkomisches Buch voller Anspielungen, philosophisch und anrührend.

 

Empfohlen von Louisa Scherer

Holly Goldberg Sloan

Glück ist eine Gleichung mit 7

 

Hanser Verlag, 2015

aus dem Englischen von Wieland Freund

ab 12 Jahren

geb., 304 Seiten

€ 16,90

 

Willow Chance, nach einem Kaltklimabaum benannt,  ist anders. Sie zählt in 7er Schritten - überhaupt findet sie die Zahl 7 sticht positiv unter den anderen hervor -, lernt mal  eben eine Sprache nebenbei (Vietnamesisch), um sich mit ihrer neuen und einzigen Freundin in deren Muttersprache unterhalten zu können, hat ein überdurchschnittliches Interesse an den Hautkrankheiten anderer Menschen und studiert das Verhalten von Fledermäusen.

Als Willow  mit 12 Jahren ihre (adoptiv) Eltern bei einem Autounfall verliert, sind alle Menschen, die sie noch hat, der "unfähige" Sozialarbeiter Dell Duke, ihre Freundin Mai Nguyen mit Bruder Quang-ha und deren Mutter Pattie sowie den mexikanischen Taxifahrer Jairo. Diese Fünf versuchen, wenn auch auf einem nicht ganz legalen und unkonventionellen Weg, Willow vor einem Leben in einer Pflegefamilie zu bewahren.

 

Mit "Glück ist eine Gleichung mit 7" hat Holly Goldberg Sloan eine gelungene Mischung aus lustigen, traurigen und sehr hoffnungsvollen Szenen und somit eine wahnsinnig schöne und herzerwärmende Geschichte zu Papier gebracht, die aus Willows Sicht, aber auch der ihrer Freunde erzählt wird.

Dieses Buch ist für alle - von 12 bis 99 - wärmstens zu empfehlen, denen es nicht peinlich ist, beim Lesen an öffentlichen Orten laut los zu lachen, ober eben auch mal die eine oder andere Träne zu vergießen.

 

Empfohlen von Louisa Scherer


 

 

Lisa Moroni/Eva Eriksson
Vorsicht, Krokodil


Moritz Verlag, 2014

Aus dem Schwedischen von Ole Könnecke

32 Seiten, Pappband in Fadenheftung, Format 26,5 x 20,2 cm

€ 12,95 [D]/13,40 [A]

 

 

 

Heute hat endlich Papas Urlaub angefangen, und Tora kann es kaum noch aushalten, bis es losgeht. Sie wollen nämlich in den Wald fahren, um in der Natur zwischen wilden Tieren zu zelten. Ginge es nach Tora, könnte das Abenteuer sofort beginnen. Aber Papa meint „in der Wildnis gibt es keinen Laden“ und steuert als erstes einen Supermarkt an – wie langweilig! Tora ist enttäuscht und genervt: Im Wald sollte man doch „Beeren und Pilze suchen und Höhlenmensch spielen“, findet sie. Stunden später, sie sind endlich an ihrem Ziel angekommen, will Tora gleich die wilden Tiere sehen. Und tatsächlich entdeckt sie eine riesige Schlange, vor der sie Papa warnen muss. Doch der lacht nur und hat noch nicht mal einen Schreck bekommen. Er steigt über die Baumwurzel hinweg, schaut weiter auf sein GPS und ist ständig am Telefonieren. Kein Wunder also, dass er Tora höchstens mal auf einen Specht oder ein Eichhörnchen aufmerksam machen will. Die Löwen, Giraffen und Flusspferde um sie herum sieht er natürlich nicht. Tora ist zunehmend sauer. Dann kommen sie an eine Stelle, wo vom Wald  nur noch Baumstümpfe übrig sind. Nun ist Papa enttäuscht: Da ist nicht mehr der „Zauberwald“, den er aus seiner Kindheit in Erinnerung hatte und den er Tora so gerne zeigen wollte. Die spielt derweil ausgelassen mit den Stumpftrollen, die Papa natürlich wieder nicht sieht...
„Vorsicht, Krokodil“ ist ein ganz wunderbares Buch über die Kraft und den Zauber der Imagination und der Phantasie. Es thematisiert die unterschiedlichen Wahrnehmungen von Kindern und Erwachsenen und deren verschiedene Interpretation der Welt. Die liebevollen und detailreichen, in warmen Farben gehaltenen Zeichnungen geben die unterschiedliche Sicht von Tora und ihrem Papa auf die Landschaft wieder. Bilder und Text ergänzen sich perfekt, und es macht großen Spaß, diesen Text seinem Kind vorzulesen und  in den Bildern gemeinsam immer neue Einzelheiten zu entdecken. Wie Toras Gesichtsausdruck ihren jeweiligen Gemütszustand spiegelt, ist einfach grandios. Es ist ein sehr empfehlenswertes Bilderbuch für Kinder ab 4 Jahren, das aus unterschiedlichen Perspektiven ein gemeinsames Erlebnis werden lässt. Ein wirklich tolles Buch, nicht nur für Väter mit Töchtern.

Empfohlen von Ralph Wagner

 

 

 

 

Anne Fine
Tagebuch einer Killerkatze
Mit Illustrationen von Axel Scheffler
Aus dem Englischen von Barbara Heller
978-3-89565-298-1
61 Seiten
9,95 €
Moritz Verlag, 2015

 

 

 

 

 

 

 

 

"Okay, okay, hängt mich ruhig auf! Ja, ich hab den Vogel getötet. Du lieber Himmel, ich bin nun mal eine Katze." - Was für ein ungewöhnlicher und starker Anfang für ein Kinderbuch! Erzählerin der Geschichte ist Kuschel, Ellies heiß geliebte Katze. Am Montag präsentiert Kuschel voller Stolz ihrer Familie einen erlegten Vogel auf dem Teppich im Wohnzimmer. Nobody is amused - selbst Ellie bekommt einen Weinkrampf. Am Mittwoch bringt Kuschel eine tote Maus ins Haus. Ellie ist verzweifelt und redet ihrer Katze ins Gewissen, doch bitte ihr zuliebe damit aufzuhören, ständig tote Tiere anzuschleppen. Kuschel versucht zumindest "reumütig dreinzuschauen". Als Kuschel aber am Donnerstag den toten Hasen der Nachbarn durch die Katzenklappe zerrt, sind alle außer sich und der Katze werden harte Konsequenzen angekündigt. Alle Indizien scheinen gegen Kuschel zu sprechen, aber ist sie wirklich Hoppels Mörderin? In dem Satz "Ich bin nun mal eine Katze", der sich durch das ganze Buch zieht, zeigt sich das Problem, das Ellie mit Kuschel hat: Es fällt ihr schwer zu akzeptieren, dass ihre liebe Kuschelkatze ein Raubtier ist, das tötet. Während die Menschen reden (können), kann Kuschel nur zuhören und niemals etwas richtig stellen oder gar widersprechen. Mit feinem Humor und einem herrlich ironischen Ton lässt uns Anne Fine an Kuschels Überlegungen und ihren für niemand hörbaren Kommentaren teilhaben. Damit veranschaulicht sie, ohne zu moralisieren, dass nicht immer alles so ist, wie es scheinen mag, und dass man sich vor all zu schnellen Urteilen hüten sollte. Die mal wieder großartigen Illustrationen von Axel Scheffler bereichern den tollen Text aufs Vortrefflichste. "Für alle, die schon gerne selber lesen", hat der Moritz-Verlag seine Buch-Reihe genannt, in der das "Tagebuch einer Killerkatze" erschienen ist. Es eignet sich aber auch hervorragend, um es Kindern, die noch nicht lesen können, vorzulesen.

 

 

Empfohlen von Ralph Wagner

Komako Sakai: Hannas Nacht

aus dem Japanischen von: Ursula Gräfe

 

 

 

Bilderbuch, ab 3 Jahre

Moritz Verlag, 2013, 12,95

78-3-89565-271-4 
      

 

 

 

 

 

 

Erinnern wir uns nicht aus Kindertagen, wie unheimlich und dunkel die Nacht sein kann? Wenn alles ganz still ist, jedes leise Knarzen und Knistern die Sinne in der Dunkelheit schärft, und die Phantasie dunkle Wesen und Ungeheuer aus der Ecke schlüpfen lässt.

Über die Bewältigung der Angst im Dunkeln gibt es viele Bilderbücher. Dort werden bedrohliche Monster zu kuscheligen und liebreizenden Ungeheuern, zeigen sich von ihrer freundlichsten Seite und wiegen das verängstigte Kind in den Schlaf.

 

Ganz anders erlebt Hanna die Nacht. Sie erwacht im Dunkeln, reibt sich die Augen, setzt sich auf und horcht. Es ist still und alle schlafen. Sie berührt ihre Schwester an der Schulter, doch die schläft tief und fest.  Aber da ist noch jemand, der nicht schläft und sich dehnt und streckt – Chino das Kätzchen.

 

Hanna streift allein mit Chino durchs Haus. Gibt Chino ein Schälchen Milch und isst heimlich Kirschen. Niemand merkt etwas. Sie betrachtet gebannt den leuchtenden Mond, geht zurück ins Kinderzimmer. Ihre Schwester schläft noch immer. Heimlich borgt sie sich ihre Puppe, ihre Spieluhr, dann Stifte, Heft und Mäppchen. Kuschelt sich ins Bett und spielt damit. Draußen gurrt eine Taube und langsam wird es hell. Hanna gähnt, reibt sich die Augen, kuschelt sich neben ihre Schwester und schläft mit Kätzchen Chino ein.

 

In warmen Blau-Grau-Tönen gezeichnet, ist dieses Bilderbuch von Komako Sakai wie gemacht für alle Kinder, die sich im Dunkeln fürchten oder einmal ganz alleine die Nacht erkunden möchten....

 

Zuletzt erschien von der Autorin, ebenso im Moritz Verlag, das Bilderbuch Der Bär und die Wildkatze (Text von Kazumi Yomoto).

 

Empfohlen von Monika Rieth

 

 

 Gabriele Zevin: Bitterzart


Fischer Jugendbuch, 540 Seiten, € 16,99

ab 12 Jahre


New York im Jahre 2083: Nach einer großen Wirtschaftskrise sind Luxusgüter wie Schokolade und Kaffee verboten, Lebensmittel und Wasser rationiert. Täglich werden neue Sanktionen erlassen und Verbote erteilt. Die Polizei und die Regierung sind korrupt. Da ist es kein Wunder, dass der Schwarzmarkt auf den Straßen von New York aufblüht.

Anya Balanchine, 16 Jahre alt, lebt zusammen mit ihren Geschwistern und ihrer Großmutter in Manhattan. Da ihre Eltern tot sind, und ihre Großmutter zu alt und krank ist, um sich um die Familie zu kümmern, liegt es an Anya, dass alles seinen gewohnten Gang geht.

Alles was Anya möchte ist, dass ihre Familie sich in Sicherheit befindet.

Nicht gerade hilfreich dabei ist, dass ihre Familie die führende unter den Schokoladenschmugglern, auf dem Schwarzmarkt ist.

Obwohl Anya versucht, sich so gut wie möglich aus den Geschäften ihres Familienclans heraus zu halten, wird sie doch von allen mit ihnen in Verbindung gebracht.

Dass sie sich in Win Delacroix verliebt, hätte so schön sein können, wäre Win nicht der Sohn des zweiten Staatsanwaltes von New York, der für seine Initiative gegen den Schwarzmarkt und die Schmugglerei berüchtigt ist. Win Delacroix sieht es natürlich überhaupt nicht gern, dass sein Sohn mit der Tochter eines Mafiabosses zusammen ist. Er denkt, zurecht, dass dies seine Glaubwürdigkeit als Staatsanwalt in Frage stellt.

Als auf Anya auch noch der Verdacht des versuchten Mordes fällt, ist für ihn klar, dass die Beziehung seiner Karriere schadet. Er verbietet den beiden den Umgang miteinander. Sie treffen sich jedoch trotz allem weiterhin. Eine Weile geht das auch gut, bis die Presse von der Sache Wind bekommt.

Nun liegt es an Anya sich zu entscheiden, zwischen ihrer Familie, die sie über alles liebt oder Win, ihrer ersten großen Liebe.

Aufmerksam auf das Buch, bin ich  durch das schöne und durchaus passende Titelbild geworden. Am Anfang hat es ein bisschen gedauert, bis ich mich in die Geschichte eingefunden hatte und mit der Protagonistin richtig mitfühlen konnte, was wahrscheinlich daran lag, dass man ohne eine wirkliche Einleitung direkt in die Geschichte hinein geworfen wird..

Obwohl das Buch mit über 500 Seiten ziemlich umfangreich ist, eignet es sich, dank der flüssigen und teilweise witzigen Erzählform, auch für jene, die eher weniger lesen. Da die Hauptperson 16 Jahre alt ist, und es an manchen Stellen auch mal ziemlich heftig zugehen kann, empfehle ich das Buch für alle, die älter als zwölf sind.

 

Empfohlen von Louisa Scherer-Rieth, 14 Jahre

Sven Nordqvist

Findus zieht um

Deutsch von Maike Dörries

 

Bilderbuch, ab 4 Jahre,

Oetinger Verlag 2013, 12,95 Euro

978-3-7891-7909-9

 

Es wurde ja auch höchste Zeit! Nach über 10 Jahren können sich alle Fans nun endlich über ein neues Pettersson und Findus Bilderbuch freuen, und in der Geschichte können Eltern und Kinder sich wunderbar wiederfinden:

Der Kater Findus, mittlerweile so groß, dass er in einem eigenen Bett „mit hervorragender Federung“ schläft, raubt Pettersson den Schlaf. Jeden Morgen um 4 Uhr beginnt Findus mit seiner „Morgengymnastik“, will heißen, er hopst so lange auf seinem quietschenden Bett herum, bis Pettersson der Kragen platzt. Findus soll entweder erst hopsen, wenn Pettersson ausgeschlafen hat, oder er soll ausziehen. Da muss Findus nicht lange überlegen, denn Hopsen macht einfach viel zu viel Spaß: er zieht aus. Damit hatte Pettersson allerdings überhaupt nicht gerechnet. Schon graust ihm vor der Stille im Haus und vor den einsamen Abenden, also davor, dass alles wieder so wird wie zu der Zeit, bevor Findus zu ihm gekommen war. Trotzdem erfüllt er Findus den Wunsch nach einem eigenen kleinen Haus, das hoch genug zum Hopsen ist. Flugs wird das alte Plumpsklo zu Findus‘ neuem Zuhause umgebaut.

Findus zieht um ist wie seine Vorgänger ein großartiges Bilderbuch voller verrückter Einfälle. In ihm werden Fragen von Toleranz und Rücksichtnahme, Nähe und Distanz, persönlicher Freiheit und vielem mehr ganz ohne erhobenen Zeigefinger, liebevoll und überzeugend behandelt. Die Illustrationen sind so phantasievoll und reich an Details, dass man auch bei mehrmaligem Wiederlesen und Betrachten noch etwas zuvor Übersehenes entdecken kann. Ein herrlicher Spaß für Klein und Groß!

 

Ralph Wagner, Ypsilon Buchladen & Café

 

 

Antje Babendererde: Julischatten


Arena Verlag, 2012, 475 Seiten, 17,99 €

ab 13 Jahren

 

No way to run, nowhere to hide, no chance for a fight (aus dem Lied „Wounded Knee“ )

Sim verbringt ihren siebzehnten Geburtstag nach einer Alkoholvergiftung im Krankenhaus. Da dies nicht ihr erster Alkoholexzess ist, schicken ihre Eltern sie zu ihrer Tante ins Pin Ridge Reservat - Heimat der Oglala Sioux, Land von Red Cloud und Crazy Horse – in den Nordwesten der USA. Das Leben dort ist für sie kein Zuckerschlecken, und sie lernt die Folgen von Alkoholismus in den zerstörten Leben der indianischen Bevölkerung kennen. Die tiefe Freundschaft mit den Blutsbrüdern Jimi und Lukas verändert sie stark. Der blinde Lukas zeigt ihr eine ganz neue Sicht auf die Welt und auf sich selbst, und in den attraktiven Jimi verliebt sie sich Hals über Kopf. Doch die Dinge in Pine Ridge sind nicht so, wie sie scheinen. Während sich die  Ereignisse im Reservat überschlagen, erkennt Sim, dass sie sich für einen der Jungs  entscheiden muss.
Fesselnd – bewegend – authentisch.

 

Empfohlen von Monika Rieth

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